Anmerkungen und Notizen zum Johannesevangelium


Zeugnis - Licht, Wahrheit, Gnade.

Ablegen des Zeugnisses - Johannes der Täufer als Vorbild der Verkündungshaltung des Evangelisten: wie dieser Jesus als Christus vorherwies, stellt sich der Evangelist in die Nachfolge des Ereignisgedächtnisses des Worts Gottes, dem Grund als erkenntnisgebend (-eröffnend) folgend.

Der Evangelist Johannes nimmt das Wort von Johannes dem Täufer auf, hält sich nicht mir dem Geburtsgeschehen auf, sondern stellt sich mit dem Bericht in die Bezeugung von Jesus als dem, der mit dem Heiligen Geist tauft, und so erst eine Teilhabe am Wort Gottes selbst durch seine Verkündigung erlaubt.

"Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht." (Joh 1,18)

Das gestaltende Erzählen des als Kunde (logos) zur Einsicht Vernommenen (noein) wird als solches im Gehört- und Bewahrtwerden ein Anwesendseinlassen: Geist in Geschichte, vermittelt durch das  als bezeugt und begründet tradierte, darum der Gemeinschaft obliegende  Gedenken.

Gnade und Wahrheit durch den im Geist des Andenkens zu vergegenwärtigenden Christus.

Anwesenheit des Göttlichen durch Christus im Geist

Joh 6,44 "Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zu mir führt;"

"Niemand hat den Vater gesehen außer dem, der von Gott ist" ... wer glaubt: wer das Gehörte als gültig zu bewahren vermag. Vater ist hier die Macht des Glaubensgrundes, zugleich der ursprüngliche Grund in der Bestimmung der Vermögen, durch die ein Aufnehmen und Erkennen des Worts als Wort Gottes (als Gott selbst) möglich wird. Das zu diesem Vernehmen (zu Christus Finden) Führende ist der Ursprung dieser Vermögen selbst (die ursprüngliche Einheit als Orientierung)

Vater als Einheitsgrund der Anwesenheit Gottes.

Die Worte sind Geist und Leben (in ihnen er selbst, wo sie geglaubt, sprich in Geltung gehalten werden: als Geist: Gott als Geist selbst) (Joh 6,63)

Joh 8,37 ff - der wahre Vater in der Wahrheit, die euch, wo ihr sie erkennt, frei macht.

Der Vater als aussendender dessen, der ihn verkündet, bürgt für die Wahrheit (8,26)


Identitätsform als Gegenwart des Ursprungs - aufgegeben der trinitarischen Theologie

Identität von Wort und Künder des Worts: als Geist, der Leben ist (Erfüllung der Fleischwerdung im Sein als Person durch Gotteskindschaft in ihrer geistigen Erneuerung): "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich." (Joh 14,6)

Keine Erkenntnis des Ursprungs außer in der Teilnahme an der ihm entsprechenden Erfüllung aus Annahme des Grundes in der Geburt aus dem Vater, des von Anfang an, des ursprünglich bei ihm Seins. (keine theoretische Vorversicherung der Richtigkeit der Auffassung der ursprünglichen Bestimmungsgründe möglich - sie als solche erkennen.)

Geist als Liebe in Eröffnung der erneuernder Gegenwart von Gotteserkenntnis

Was Geist ist, ist darum auch nicht durch einfache Verfahren der Scheidung vom Körperlichen, Zusammengesetzten oder Sinnlichen der Seele zu begreifen, sondern erfordert eine Bildung, wie sie in der Nachfolge den Jüngern zuteil wird. Die Berichte ihres Lernens aus den Unverständnissen als doch selbst an den Ereignissen teilnehmen, werden selbst zur Lehre, an der wir lernend teilnehmen und so den Geist lebendig werden lassen können (als Mitwirkende und Mitarbeiter im Weinberg des Geistes).

Geist und Liebe. (Joh 13,34)

Geist und Gesetzesbefolgung nur dem Buchstaben nach (vgl. Mk 7-8) - der eigentliche, eigentümliche Bereich der ursprünglichen Bestimmungsgründe in ihrer Weisungskraft betreffen nicht äußerlich regulierbare Handlungen, sondern jenes Verhalten, das sich durch den Geist, die Erkenntnis, das für Gültig Erachtete (Geglaubte) bestimmt. - für die ganze Person: in Christus das Vorbild.

Dafür wegweisend die verschiedenen Bilder und Gleichnisse:

Joh 15,1: "Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer." Der Vater als der Pflegende, Hegende, Reinigende, der als Ursprung das Entspringen und Waschenlassen befördert, ursprünglich auf das Fruchttragende bezogen ist in seiner Macht. Die ursprüngliche Kraft durch das Wort - Wort gleich ich: "Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch." 15,4

"Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben." 15,5 - getrennt von mir nicht fruchtbar. - in mir bleibend, werden meine Worte (wie der Lebenssaft) in euch bleiben (und Frucht tragen, aufgenommen werden können). Das Fruchttragen als Dank, als "Verherrlichung des Vaters". 15,8

Entsprechung in der Liebe (wird weitergegeben: wie der Vater mich liebt so ich euch) - keine andere Erkennbarkeit der Gottesliebe als im tätigen Entsprechen der Liebe zu einander:

Liebet einander wie Gott euch liebt, (zu erkennen) wie ich euch geliebt habe: da ich euch lehre und den Geist bringe (geistige Fruchtbarkeit ermögliche) -  nicht als Knechte, sondern als Freunde, als Kinder Gottes: mit dem Liebesgebot werden keine knechtenden Gesetze gegeben, sondern die Freiheit in ursprungswahrender Verantwortung (für die Vermögen der Freiheit) ermöglicht, die wir in Liebe und Achtung zu den Vermögen als Personen, gottebenbildlich zu sein, wahrnehmen.

Das Verantwortungsvermögen selbst in der Ermöglichung von Freiheit als Gottebenbildlichkeit in der Nachfolge Christi.

Euer Ursprung

ist nicht aus der Welt, deren Eigentum ihr nicht sein könnt. siehe: Mein Königtum ist nicht von dieser Welt (Königtum der Himmel)

Joh. 16, 7: Scheidung als anwesende, sichtbare Person, um in Gemeinschaft des Geistes als die ursprünglcihen Vermögen wieder belebend teilhaftig sein zu können. Geist - als Beistand - wird in der kritischen Beurteilung zu erkennen geben, "was Sünde, Gerechtigkeit und Gericht" ist.

Der "Geist der Wahrheit" 16,13, wird  euch in die ganze Wahrheit führen (wie Gott als Vater zum Sohn und dieser durch sein bleibendes Wort, da er selbst scheidet, zum Geist als die Wahrheit selbst, die der Sohn aus dem Vater und der Vater ebenso selbst ist).

Selbstsein: durch sich selbst, nicht aus sich selbst - Selbständigkeit im Tragen des Hörbarwerden lasses des Worts - der Kunde bringt.

Verkündigung als Wegweisung zur Erkenntnis im Geist

verhüllte Rede - offen den Vater verkünden (vgl. Sonnengleichnis der Politeia und Timaios)

16,28: "Vom Vater ausgegangen, in die Welt gekommen; verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater." - Dies die Begründungsfigur der Sendung des Geistes als ursprungwahrendes Erneuern der gottebenbildlichen Vermögen im Personseinkönnen als Menschen in Liebes- und Achtungsgemeinschaft, die dadurch ihre Bestimmung, ihr Maß und Begründung erhält - als nur in verantwortender Teilnahme faßlich (glaubend).

In lebendigem Geists zu fassen, durch das Wort gewiesen, das im Menschsein das Göttliche zu erkenen gibt und aufgibt, unter euch geworden, damit ihr in mir Frieden habt (begreift, was euch widerfährt, wenn ihr dies annehmt, euch einsetzt, zur Entsprechung).

Das Werk im Geiste

das Werk zu Ende geführt (17,4); deinen Namen (den Menschen) offenbart (sie mir gegeben: in Obhut, in Verantwortung)

Heilige sie in der Wahrheit, dein Wort ist Wahrheit. - Wie du mich gesandt hast ... Entsprechung. - Vorbildverhältnis zwischen Vater und Sohn für das Selbstverständnis ihres Ursprungsverhaltens zu dem sie Lehrenden, Weisenden - in der Weise, wie sie den Geist annehmen, der ihnen (als Urteilskraft) beisteht.

nicht aus der Welt nehmen, sondern vor dem Bösen bewahren.

Ermöglichung von Einheit (nicht der Welt, sondern im Geist, der den Ursprung in Achtung des Entspruchenen zu wahren vermag = den Seinen.)

damit die Welt erkennt: diese nicht in splendid isolation, sondern als Sauerteig in der Welt - für die Welt: daß auch diese erkenne (Nachfolge in Stellvertretung von Weltallgemeinheit)

"Gerechter Vater ... ich habe dich erkannt, und sie haben erkannt, daß du mich gesandt hast." Joh 17,25

Königswürde dessen, der für die Wahrheit Zeugnis ablegt. 18,37 - Aufdeckung des Gerichts über den König.

21,15 ff Weide meine Schafe.