Macht in Vollmacht


1.

Was Macht aus Vollmacht (vgl. Mt 7 Ende) im Verhalten zu „allen Menschen“ heißt, die dem Sohn vom Vater gegeben ist (Joh 17,2), ist nur im Gedächtnis jener dienenden Handelns zu verstehen. Sie ist als Machtgabe ein Geben in die Verantwortung und Fürsorge (vgl. Joh 10, guter Hirt) und wird in Joh 17,2 mit der Bestimmung begründet, damit er den Seinigen „ewiges Leben“ schenke.

Die Macht (die Jesus als Gottessohne über alle Menschen haben kann) ist an das Schenken von ewigem Leben als Gotteserkenntnis gebunden (17,3), wird im Dienen und in Werken der Liebe ausgeübt und es ist das Erkennen des „einzigen wahren Gottes“, das eine Teilnahme eröffnet, darin Menschen das Geschenk des Erkennens als Leben in das eigene Erkenntnisleben (Geist) aufnehmen, also Erkennende werden, das sie der Lebensbestimmung als ihrerseits Gesandte, zur dienenden Liebe Bestimmten wie der Vater den Sohn und der Sohn sie liebte, und so sich als die Seinen erweisen und sich selbst (ihrer göttlihen Bestimmung) bewußt sein können. Das zu den Seinen WErden erfolgt als Gabe des Vaters nur asu und mit der an alle Menschen gerichteten Art von Macht als (mit sich) zu erkennen gebender Gottessohn. Sie ist an ihn, den Menschensohn, als Person und das Wort gebunden und bedarf für die Annahme als Erkenntnis in Übernahme der Sendungsbestimmung des Geistes der Wahrheit und ihrer Repräsenz, daß der Sohn nch als zum Vater gegangen in der Welt sein und wirksam sein kann – als Wort in personaler Vertretung im Geist: also je durch (nachfolgend stellvertretende Jünger).

Diese Macht des personal wirksamen Worts hat Gott als Geist der Wahrheit, die sich nur in wahrhafter Erkenntnis vollzieht.

2.

Hier ist an keine Macht zu denken, die ein Übermacht unter Menschen ausüben könnte. Lehrstück zur Berichtigung des Verständnisses von Gottesmacht sind die Versuchungszenen in Wüste – und der Spott der Soldaten vor dem Gekreuzigten (wenn Du Gott bist, so steig herab).

Was bedeutet es also, dass 'der Vater hat dem Sohn Macht über alle Menschen gegeben hat', ohne Vorbehalt?  - Alle wirksamen Handlungen, die den Menschen gegenüber vom Vater ausgesagt werden, sind mit Sohn und Geist und deren Wirken verbunden, untrennbar.

Jenes Gotteshandeln, das Menschen zu den Seinen gibt, sie als diejenigen bestimmend, läßt sie ihrerseits durch diese Bestimmung als Menschen des Gottesvolkes auf alle Menschen bezogen sein.  (Joh 17,9 – 19), die so immer auch Gesandte für die Welt sind, ihre Gottesbestimmung folglich sich nicht privatisieren läßt. Ihr Sein ist für die Welt als insgesamt Gott in Entsprechung zugehörig zu erkennen aufgegeben und wird bleibend durch die bevollmächtigte Sendungstätigkeit des Sohnes ermöglicht (damit alle annehmen). Sie stellt keine der Übergabe von „Macht über alle Menschen“, die ein erkennendes Annehmen erfordert, vorgängige Machtausübung des Vaters dar, sondern ist der Sendung (des Sohnes) und der mit ihr erfolgenden Zuordnung der Seinen in Übernahme der Sendungsbestimmung als Erkennende und Erkenntnis wiederum allen weitergebend Ermöglichende unabtrennbar zugehörig. Als zu ermöglichen Bestimmte aus der Sendung, in der allein mit der erkenntnisermöglichenden Bezugnahme auf alle Menschen, die an der Sendungsbestimmung teilhaben, die Übergabe in Übernahme einer Verantwortung, die weiterzugeben ist, gelingt: darum sind die hier aufgegriffen Stellen zur Macht und ihrer Übergabe unbedingt bis einschließlich 17,19 mitzulesen.

Das Geben (von Macht) des Vaters (an den Sohn) - und diese ist erst mit dieser Macht erkennbar Gottes Sohn (wie die Auferstehung den Kreuzestod deutet) – vollzieht sich als Handlung im „Erfolg“ der Wort- und Erkenntnisgabe des Sohnes im „glückenden“ Aufnehmen der so sich als Jünger = als die Seinen ergebenden Menschen -  die als die Seinen so unmittelbar in die Gesandtschaftsbestimmung kommen.

Keine andere Art des Gebens des Vaters und das zur Sendung bestimmt Werden (vgl. joh 17,8 Kommen von her und als gesandt erkannt“)

vgl. Joh 13,3 : „alles in die Hand gegeben“ (keine Fäden, sondern Wortmacht in Dienstwirkung des in Liebe eröffneten Erkennens als Bestimmung der Grundhaltung des Lebens als Mensch in Welt)

vgl. 12,33 „ich werde alle zu mir ziehen“ (alle Menschen anziehen)

12,34: als Messias ewig da: theologische Begründung des Bleibens im Geist der Stellvertretung in jedem, der folgt und in der so sich in Sendungsbestimmung gründenden Gemeinschaft (die sich bestimmt in Vorwegnahme der Erfüllung, was zu erreichen sie im Verhalten zu allen Menschen sie sich in Christus bestimmt sehen) – Auftrag: ewiges Leben.

Licht bei euch – wird Geist der Wahrheit (Licht als Wahrheit, in die er einführt).