Zur Theologie der Abschiedsreden im Johannesevangelium (Joh 13-17)


Die Abschiedsreden Jesu in Joh 13 bis 17 stehen mit all ihren Worten unter der sie einleitenden Handlung der Fußwaschung für seine Jünger. Dieser Dienst ist beispielhaft und weist sie in ein ihm entsprechendes Lieben durch ein einander Dienen. Die Jünger kommen schon aus der Nachfolge und der Lehre Jesu, sind schon rein, wie jemand der „aus dem Bad kommt“, der aber noch geht. Sie sind eingeladen zu einem Abschiedsmahl; sie sollen Hören und Vernehmen und für diese Zeit nicht auf dem Staub des Bodens gehen. Mit der Reinigung eigens der Füße aber erhält das Gehen und damit der Weg, den sie als Gesandte doch noch und wieder werden gehen müssen eine besondere Bedeutung. Es wird durch die Reinigung als geheiligt auf den Weg gebracht, erhält mit der Ruhe als Hörende in der Versammlung zum gemeinsamen Mal eine von der Beispielshandlung übertragene, eine geistige Bedeutung.

1.

Die Reden setzen ein mit der Schilderung einer Handlung: der Fußwaschung des Meisters an seinen Jüngern und intoniert das Verhalten Jesu als Lehrer und Herr in einem Dienst, wie er sich als vom Vater gesandt begreift, für und in Bezug auf das den eigenen Weg Gehen (der Seinen), für das die Fußwaschung (als Reinigung) eine Nachsorge und eine Vorbereitung ist. Sein Dienst in der Waschung wird von ihm selbst als ein Beispiel genannt, dessen vorbildliches Dienen für die Vorbereitung des geistigen Wegs steht (damit die, die dies vom Meister an sich erfahren, ihn im Gang zum Vater als Wegweisung aufnehmen und mitgehend ihn in einem Anwesendsein dessen wahren können, für was er steht, was er selbst ist).

„Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.“ (13,15)

Dieses Dienstzeichen ist eine Vorbildhandlung, in der sich die Sendung in ihrer Weitergabe als eine Handlungsart bestimmt, der man in Übernahme der Sendungsbestimmung selbst entsprechen kann, ohne die besondere Handlung nur nachzuahmen (Entsprechung nicht im Zeichen, nich in einer bloßen Liturgie der Erinnerung). Das Herrschaftliche, Königliche und damit die Machtart der Gottesherrschaft als durch Christus sich erweisend und durchsetzend zeigt sich nicht allein als Dienstleistung für das Selbstgehenkönnen (Füße der Seelen im Geführtseinkönnen durch das Licht) sondern als ihrerseits sendende Handlung, der die Entsprechung (das Wie der Gleichheit) wesentlicher Inhalt ist. Die als der Gotteserkenntnis entsprechende Handlungsweise ist ganz und gar eine, in der wir Christus als Gott nachfolgen können, in der uns die Liebe als göttliche Maß sein kann (Liebe selbst in der Bestimmung als Dienst).

Mit zweifachem Amen eingeleitet folgt für die Gleichheit in der Annahme des „meisterlichen“ Maßes der Vollkommenheit des Vorbilddienstes die Erinnerung an die Unterscheidung:

Der „Abgesandte ist nicht größer als der, der ihn gesandt hat“. Er ist aber auch nicht geringer, weil es der ganze Auftrag ist, der ihn in die Verantwortung bringt. Die Wahrung des Unterschieds im Bewußtsein des Gesandtseins, daß ein Auftrag gegeben ist, den man nicht selbst erfunden, den man nicht durc heigene Zwecksetzung sich als Handlung bestimmt hat, gehört zur Vorbildgabe. Der Dienende macht sich, da er als Christus selbst wieder der Sendende ist, nicht kleiner, als der, von dem her er sich bevollmächtigt weiß: seine Handlungsmacht ist die eines Dienstes; sie bleibt ihrer Art nach an ein Bestimmungsgedächtnsi gebunden, hat ein Verhältnis zu Ursprung, den es zu wahren gilt und dessen Bestimmungsgrudn von setzbaren Zwecken zu unterscheiden ist. Darum zeigt sich das für uns Handlungsbestimmend Göttliche in einem Vorbildverhalten als ein Dienen, das selbst schon Ursprungseinsicht und Ursprungsgedenken ist. Hinter den Logos der Gotteskenntnis können wir auf kein irgend angemessene Weise zurück (jeder Gedankenversuch wäre Hybris und schon in seiner Intention nicht gut, zeugt also von keinem Mangel, wie es für Gottes Macht kein Mangel ist, dienend und weitergebend in der Sendung zu sein: der Gesandte ist selbst ganz Gott, ohne Vorbehalt). Der Sendende dient dem Gesandten in der vorbildlicher Übergabe seiner Sendung und bestimmt ihn seinerseits in Entsprechung zum Dienst für jene, die nicht schon gesand,t nicht schon zu den (ihm gleichend) Seinen zählen. Die Unterscheidung von Gesandtem und Sendenem „dient“ in der Bestimmungsgleichheit der Verwiesenheit auf eine Fürsorglich entstehende Aufgabe denen gegebenüber, die als gottfern in Not sind. Als mitfühlend und wohlwollend gottentsprechend, hat der ihre not zu wenden Verantwortung Übernehmende seine Aufgabenbestimmung ncith selbst gewählt; er fühlt sich, sieht sich in ein Aufgabe gerufen, gesetzt, deren Gehalt aber sich im Verhältnis zu Sendungsmacht nur in der auf das Vermögen der (geistigen) Reinigung und Heilung bezogenen Maßannahme vernehmen läßt (allgemein auf das Besondere: im Vorbild Jesu als Gottessohn).

Der sendend Dienende gibt als Gehalt das Vermögen des (ihm) Folgenkönnens, indem er dessen Ausübung den rechten Weg, die selbstangemessene Gebrauchsweise des Dienstvermögens zeigt und so im Gesandten durch dessen waches Bewußtsein von Gesandtschaft den ursprünglich Sendenden als gütigen Vater verehrt – diesen und so sich in den den Sendungsdienst Annehmenden verherrlicht (17,2-4) [17,4 (indem die Meinen Dein Werk als das meine (= mein Werk als das Deine: in meinem Namen, in Deinem Namen) zu Ende führen, führ ich es zu Ende und verherrliche dich)]

        
  • nicht größer = nicht bedeutender als der, der ihn gesandt     hat: nicht eigenmächtig in der Bestimmung: als Gesandt aber auch     nicht mehr veränderlich: es ist des Vaters Wort, das unterwegs und     übergeben ist; keine Veränderung durch den Sendenden merh möglich:     Bestimmung zur Wahrung, zur Treue: ewiges Wort, das im Anfang bei     Gott war: so jeder Willkür entzogen: ist seinem Gehalt nach     Gotteserkenntnis (kein Willkürbefehl, dies oder das zu tun!) -     nicht absolute Macht in kontingenter Grundbestimmung von Ordnung     (Duns Scotus), sondern als Gotteserkenntnis: Erkenntnisgabe.

Mit der Gotteserkenntnis als Bestimmung der Sendung ist jede (nachträgliche) Veränderung des Auftrags ebenso ausgeschlossen wie der Ursprung als Sendung ohne jede Willkür erfolgt (sein muß). Die Ordnungsstiftung bindet sich (in ihrer Handlungsart) an die Einsichtsermöglichung und behält das Wesen Gottes als das mit dem Erkennen in der Nachfolge als Sendungsübernahme zur Geltung Kommende: in Maß- und Grundbestimmung des so durch Maßgabe Gegründete. Diese Maßgabe stellt sich in der Vorbildlichkeit dar.

„Selig seid ihr (Anrede wie in der Bergpredigt – siehe schon dort - zu den Jüngern wie zu allen Menschen) – zu wissen und dem Wissen entsprechend handeln (Verehrung, Andenken des Ursprungs als königlich)

2.

Abschiedsreden gehen auf Einsichtsbildung eines Glaubens im Rückblick auf Ereignisse, die im Licht des Gesagten durch Erinnerung von den dort (im Ereigniszusammenhang) gesagten, zugesagten Worten her (als weisende und erkenntnisgebende Worte gesprochen den Redenden als  Gottes Sohn und Gott selbst (das Wort als von Gott selbst stammend ausweisen, der als Gesandter in eben diesem Auftrag der Erkenntnisgabe als Handlungsweisen als recht weisend in Vermögensermöglichung) Einsicht verleihen (Wissen).

Glauben wird gebildet, gefestigt als Deutung des Geschehenen vom (schon gegebenen) Wort her, das vorauswies, ehe es geschah [im Wort wieder vergegenwärtigt werden kann]: religio, nicht zu einem Anfangsgeschehen, sondern von einem Wort her, das im Gedächtnis bewahrt wurde (als Handlungsweisend und ein Handlungsverhalten als göttlich bedeutend: nur mit Einheit von Bedeutung im Wort und Handlung als Weise, die befolgbar ist, die vorbildlich ist, kann Handeln als göttlich, kann Heilsgeschehen erkannt sein – im Wissen, dem entsprechend man handeln kann).

„Wer einen aufnimmt, den ich sende, nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.“ 13,20 Weise der Anwesenheit Gottes selbst als Vater im Sohn (Vater in mir) – unter euch im Geist – in den Handlungsweisen (nur so ein Sein Gottes denkbar: als Anwesenheit in Erkenntnis, die ewiges Leben ist 17,3 – eine ihrerseits vorbildliche heilige Gemeinschaft, Gemeinschaft der Heiligen. 17,23 vollendet sein in der Einheit , damit die Welt erkennt, daß du mich gesandt hast : erkennbar allein in ihrer Sendungserfüllung als der meinen entsprechend.

Gott als Erkenntnis nicht Verstqandeserkenntnis, sonden Erkenntnis in Verhaltensführung als und aus Entsprechung (Maß des dem Vermögen zu handlen zugewandten Ermöglichens, Bereitens)

(Mich aufnehmen, den Vater aufnehmen: Gott ein Wohnstatt geben – gleich: im Haus Gottes Wohnen: Werke)

Vorbildhandlung des Dienstes ist mit der Erkenntnis gabe auf die Wendung gegen die Auslieferung an das menschliche Gericht gewandt, gegen die Verkennung als Gott (Auslieferung beinhaltet, daß Gottkönigtum Jesu nur Anmaßung sei, nicht als Christus geglaubt) – als Verkennung unter den Jüngern: Hinweis auf die Aufgabe der Gemeinschaftsbildung in Prüfung und Berichtigung der Gotteserkenntnis in der Beurteilung, nicht über den Herrendienst Gericht zu halten, sondern in seiner Beurteilungksraft des Gemeinschafts- und Einheitsgemäßen Gott selbst zum Vorbild und Maß im Diensthandeln der Königtums seiner Herrschaft (deren Verehrung und Würdigkeit in der „Verherrlichung“ als und aus Dienst / Opfer). [→ Judaskapitel: nicht alle: Handlungsweisung: wer mich aufnimmt, vgl. Selig die ... die ; Erschütterung im Innersten, Zerrüttung im Selbstbewußtsein und Handlungskraft der Vermögen, teilhabend an der „Verfehlung“ als Vermögensverletzend, Würdeverletztend, das Selbstsein betreffend, - einer von euch: Ermahung zur Treue nicht als eine bloße Ermahnung sondern als warnendes Beispiel das das göttliche Beispiel begleitet / ihm das Profil gibt.

3.

Auf den Bund bezogen (Treue – Verrat). - Bundesstiftung in Erneuerung des Bundes: eins Sein wie Vater und ich (im Geist): trinitarisch (weil Doppelfunktion der Handlungen)

„Als Judas hinausgegangen war: „Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht ... (jetzt setzt ein: Anfang in Vollendung: wird erkennbar, ist (für mich, den Vater, stellvertretend für euch) erkannt.

Verrat (Bundesbruch) als erlitten ist „Verherrlichung“ (Überlieferung an das Menschengericht und die Passion der Entwürdigung als Verkennung: Kenntnis und Unkenntnis Gottes (seines Wesens in Person) haben Folgen im Handlungsverhalten – und dieses Folgenhaben (die Konsequenz) ist nur in beiden Folgerungen darstellbar, nicht im Vorbildverhalten des Guten und Rechten allein, denn dann gibt es kein Wozu der Gesandtschaft (auch die Jünger bedürfen der Bildung: nur so Meister als Lehrer).

Spricht über Menschensohn in der dritten Person – die Anrede „mein Kinder“ (13,33) wird von einer stellvertretenden Rede her eingeleitet, in der redend die Erkenntnis als Menschensohn zum Ausdruck kommt und gleichsam in das Gedäcztnisbewußtsein der Jünger schreibt (als hätten sie schon die Erkenntnis Jesu von sich als Gottessohn, als Menschensohn ,der verherrlicht ist ... „Verherrlicht durch Menschen, Gott wird ihn verherrlichen, (bald), weil Gott in ihm, dem durch Menschen als ihn opfernd verherrlichten Menschensohn – in der Gottesannmaßung gerichtet: Inschrift: König der Juden! 19,19).

Meine Kinder (wie der Vater nun sie ansprechend: in väterlich fürsorglicher Liebe): unterscheidung der Wegweisung in der Nachfolge, wie sie im Anwesendbleiben als Erkenntnisgabe des Vaters gegeben worden sein konnte und wird gegeben sein können: Gang zum Vater ist nicht der Weg,der in der Nachfolge gewiesen wird, aber er kann nur mit dem Gang zum Vater so gewiesen erinnert werden, daß darin der Grund der Gabe erkannt wird als gut und recht eine (selbst) Gehenkönnen vermögensgemäß gewiesen (was ihr könnt). liebet einander, wie ich euch: das Verherrlichen als Opfer für , als Dienst für ,das seinen Abschluß als Übergabe im Gang zum Vater findet (Differenz von Gott und Mensch zu wahren in der Entsprechung als Wegverschiedenheit in der Wegweisungsgabe zur Entsprechung: darum alles gewiesene als ein Selbstentsprechen zu vernehmen: als Liebeseinheit von Gemeinschaft in der Welt, die Gott zu erkennen gibt als Gemeinschaftsgründend und auf Weisen leitend, die nicht Anwesenheit Gottes in der Einzelheit einer Person ist, sondern in Stellvertretung durch (potentiell jeden) als den Seinen und diesem ist mit dem Auftrag die Untersdheidung zum Unrechten aufgetragen (dessen Möglichkeit als Wirklichkeitserfahrung der Untreue, des Verrats als Gefolgsmann).

Alle erkennen, die ihr meine Jünger seid: das Erkennen ist Kriterium der Jünger und hat mit der Auswahl statt. (Gotteserkenntnsi in und durch Christus ist eineinander lieben = Liebesbund in Liebestreue – im Geist der Wahrheit: Treue als Wahrheit der Freiheit in Liebe)

4.

Differenz von Gott und Mensch im Weg Christi zum Vater und der Wegweisung in die Liebesgemeisncahft als Zeichen auf der Erde, für die Erkenntnis der Welt (als Verkündigungsauftrag in Bildung der Kirche) – Einheit im Weg als Nachfolgen in der Zeit für den Vertreter Christi (jeden als einzelnen in Vertretung der Gemeinschaft, Erneuerung des Opfers)

Petrus: Wie Judas nun der Vertreter Christi selbst Verrat übend (Verleugnend): Bedeutung der Wahrheit in Wahrhaftigkeit als Erkenntnisgabe Gottes als die Wahrheit selbst (in Liebe zur Wahrheit) (jetzt folgen = Leben hingeben) Differenz: Folgen erst vermögensgemäß möglich im Geist (Gedächtnsi der Abwesenheit, Gang zum Vater als geistiger Weg). Ihm dann später folgend: als Zeugnisgebend, im Martyrium: Petrus schon gekreuzigt).

Weg – viele Wege (Fußwaschung war nur ein Beispiel) – Lehr- und Weisungsdienste.

14,1 Euer Herz lasse sich nicht verwirren, erschüttern (auf den Verrat und die Ungemäßheitsfolgen im Gemüt bezogen). (vgl. 13,21)